Letzte Woche Freitag war ich zu einer wunderschönen Landpartie eingeladen. Die Bio-Molkerei Söbbeke, die schon seit über 25 Jahren im Münsterland hochwertige Bio-Produkte herstellt, hat ein Bloggerevent auf dem Gut Wilhelmsdorf in Bielefeld ausgerichtet. Auf dem sehr gepflegten Gut mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von ca. 330 ha und ca. 220 Holsteinfriesen (schwarzbunten Kühen) wird moderner Ökolandbau nach den Bioland-Richtlinien betrieben.
Schon bei der Ankunft auf dem Hof war ich total begeistert. Der erste Anblick ist ein, mit Omas weißer Tischdecke, eingedeckter Tisch mit leckeren Smoothies und Säften, kleine bunte Blumenvasen mit Herbstblumen und das Ganze unter alten, mit Pompons und kleinen Väschen dekorierten Bäumen. Vor dem Tisch liegt ganz entspannt eine Katze auf der Picknickdecke und putzt sich. Das Kälbchen auf der Wiese hinter dem Tisch beäugt neugierig den Besuch. Mehr ländliche Idylle geht nicht…


Nach einer herzlichen Begrüßung durften wir uns dann zunächst einmal stärken. Allerlei Köstlichkeiten mit verschiedenen Bio-Produkten der Fa. Söbbeke gab es zu probieren. Leckere Pancakes mit Erdbeercreme, Linsensalat mit Roter Beete, Bircher-Müsli oder mein absoluter Favorite “ Kartoffelburger mit Feuerkäse“. Ich sage euch, dieser mit Chili abgeschmeckte Käse hält, was er verspricht. Köstliche Smoothies und fruchtige Säfte rundeten das Angebot ab.



Rundgang über das Gut Wilhelmsdorf
Nachdem wir es uns jetzt alle ein wenig kennengelernt hatten und sich ein gewisses Sättigungsgefühl eingestellt hatte, ging es auf einen geführten Hofrundgang.
Los ging es im Kreißsaal bei den trächtigen Kühen, die ca. 3 Wochen vor der Geburt ihrer Kälbchen in einem separaten Stall untergebracht werden. Zwei Tage nach der Geburt des Kälbchens kommt dieses dann in eine eigene kleine Box. Dort wird es die ersten Tage mit der Milch der Mutter versorgt. Die Kleinen haben nämlich, im Gegensatz zu dem Menschen, nach der Geburt keinerlei Immunsystem. Daher ist eine Separierung der Kälber in einzelne Boxen sehr wichtig, um ihnen Schutz vor Keimen und möglichen Krankheitserregern aus der Umwelt zu geben. Wegen des fehlenden Immunsystems ist übrigens auch in den ersten Tagen die Aufzucht mit der Muttermilch unabdingbar. Die notwendigen Antikörper für den Aufbau des Immunsystems erhalten die Kälbchen ausschließlich über die Milchfütterung.
Nach ungefähr einer Woche dürfen die Kälber es sich dann in einem gemeinsamen kleinen Stall gemütlich machen. Hier beginnt die allmähliche Anpassung von Milch- auf Heufütterung, bevor es in den Stall zu allen anderen Artgenossen geht. Den Tieren steht in den Ställen ausreichend trockene, windgeschützte und ausreichend gestreute Liegefläche zur Verfügung. Ebenso haben sie die Möglichkeit sich im Außengelände zu bewegen. Während der Weidezeiten von April bis September/Oktober sind sie täglich auf einer der 10 Weiden, die zur Verfügung stehen.
Im Melkstall wurde uns ausführlich der Melkvorgang und die damit verbundenen Hygienemaßnahmen erklärt.
Auf dem Rückweg erwartete uns dann eine tolle Überraschung. Während wir unseren Rundgang über den Hof gemacht haben, hatte eine der Kühe gekalbt und versorgte ihr Kleines gerade sehr liebevoll. Hier findet ihr viel Wissenswertes zum Gut Wilhelmsdorf.





Schmecken, Hören, Sehen – Kennenlernen der Fa. Söbbeke
Während unseres Rundganges über das Gut war nicht nur ein Kälbchen auf die Welt gekommen. Die Sonne lugte jetzt nicht mehr nur durch die Wolken, sondern strahlte vom Himmel. Es ist wunderschön in der Sonne zu sitzen, einen leckeren Fruchtsaft zu genießen und von Jessica viel Interessantes über das Unternehmen Söbbeke, der Produktpalette und der dazu gehörenden Firmenphilosophie zu hören. Aber nicht nur zuhören und schauen war angesagt: Viele leckere kleine Kostproben haben mich vom Geschmack der Produkte überzeugt. Alle Milchprodukte werden übrigens ausschließlich mit Bio-Milch produziert. Die Milch wird von Bio-Höfen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bezogen, die allesamt den Anbauverbänden Bioland, demeter oder Naturland angeschlossen sind. Auf Aroma- und Konservierungsstoffe wird selbstverständlich komplett verzichtet. Aber nicht nur bei dem Produkt selbst wird auf Bio gesetzt, auch sonst hat das Unternehmen sich auf die Fahne geschrieben nachhaltig zu wirtschaften. Wenn ihr weitergehendes Interesse habt, dann schaut doch einfach hier.

Seit dem Jahr 2007 wird bei Söbbeke auch handwerklich gekäst. Ich bin als Käse-Fan natürlich voll auf meine Kosten gekommen. Egal ob der pikante Grienkenschmied, ein mit einer Kräutermischung aus Schabziger Klee, Löwenzahn, Brennessel und Petersilie affinierter Käse oder der Le Bouton Rose, ein 6 Wochen gereifter, würziger Käse der mit Rotwein affiniert wird… die Käsesorten sind einfach der Hammer. Gott sei Dank gibt es neben meinem Büro einen Metzger der in seiner Käsetheke zumindest immer 2 Sorten Söbbeke Käse verkauft. So konnte ich mir an diesem Wochenende gleich Nachschub besorgen.
Sicher wollt ihr jetzt wissen, was eigentlich affiniert heißt und warum die Käsesorten so interessante Namen haben?
Affiniert heißt nichts anderes, als dass der Käse gepflegt und veredelt wird. Mehrere Male werden die Käselaiber von außen, z. B. mit Rotwein oder Kräutern eingerieben und die jeweiligen Aromen bekommen Zeit in den Käse einzuziehen.
Da das Unternehmen mit den Käsenamen auch seine Verbundenheit zum Münsterland deutlich machen möchte, haben die Käsesorten Namen die auf die Münsterländer Sagenwelt zurückgehen. Der Grienkenschmied war ein Münsterländer Riese der den Bauern immer wieder geholfen haben soll und um den sich viele Geschichtchen ranken.


Interessantes zu Bioland
Nach vielen leckeren Kostproben in der Sonne ging es jetzt zu einer Präsentation zu dem Thema Bioland. Hier habe ich das erste Mal von den sieben Bioland-Prinzipien gehört. Mit der Umsetzung dieser Prinzipien will die Bioland-Gemeinschaft unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und die Menschen langfristig gesund und regional ernähren.
- im Kreislauf wirtschaften
- Bodenfruchtbarkeit fördern
- Tiere artgerecht halten
- wertvolle Lebensmittel erzeugen
- biologische Vielfalt fördern
- natürliche Lebensgrundlagen bewahren
- Menschen eine lebenswerte Zukunft sichern
Häufig wird im Umgang mit der Umwelt der Begriff Nachhaltigkeit verwendet. Allerdings wurde hier die Nachhaltigkeit gegen das Wort enkeltauglich ausgetauscht. Und ich glaube, dass wir alle eine Welt übergeben möchten, in der es auch unseren Kindern und Enkelkindern noch gut geht. Ihr möchtet euch informieren, dann klickt einfach auf das nächste Bild!
Tja, und dann wurde noch gemeinsam eine Tasse Kaffee getrunken, leckere kleine Küchlein genascht und sich voneinander verabschiedet.
Abschließend kann ich sagen, dass mir dieser Tag mit vielen lieben Bloggerkollegen, den Teams von Söbbeke, Gut Wilhelmsdorf, Bioland und der Agentur sieben&siebzig unwahrscheinlich viel Spaß gemacht hat.
Für mich persönlich hat sich die, vor ca. zwei Jahren getroffene, Entscheidung viele Produkte in Bio-Qualität zu kaufen, mit diesem Tag mehr als richtig erwiesen.
Mit von der Landpartie waren übrigens:
Anita – Himmelsglitzerdings, Carolin – Frau Herzblut, Julia – Naschen mit der Erdbeerqueen, Julia – Julietta Seasons, Leila – Münstermama, Vanessa – Watt gibbet, Janina – Oh wunderbar, Stefanie – KochTrotz, Judith – Schokohimmel
Mädels, es hat viel Spaß gemacht und vielen lieben Dank an Söbbeke und die Agentur sieben&siebzig.

Bis dann… an meinem Küchentisch!
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