Ente gut – alles gut – Ente auf pommersche Art mit Schritt-für-Schritt-Anleitung und nach Omas Rezept – von „Geniesserle“

Gestern ist nun mein Blogevent „Weihnachten ist überall“ offiziell zu Ende gegangen und heute abend werde ich euch die tollen Beiträge der Teilnehmer vorstellen und TAADAA: die Gewinner bekannt geben. Denn genau heute ist mein 2. Geburtstag. Und deswegen möchte ich euch heute morgen mit einem letzten Gastbetrag verwöhnen. Die liebe Britta von dem feinen Blog „Geniesserle“ hat ihren Beitrag „Ente gut – alles gut“ genannt. Da ist es doch klar, dass sie euch am Tag der Gewinnbekanntgabe kulinarisch verwöhnen soll.

Besonders berührt bei diesem Gastbeitrag hat mich die Tatsache, dass Britta dieses Traditionsrezept der Familie erst vor einigen Wochen von ihrer Mutter übergeben bekommen hat. Und genau diese Momente der Übergabe teilt sie nun mit uns! Britta, vielen lieben Dank dafür!

Jetzt solltet ihr aber unbedingt einmal schauen, wie diese Ente zubereitet wird!  Britta hat uns hier neben einer schönen Geschichte und einem tollen Rezept, auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verfügung gestellt.

 

Liebe Charlotta,
ich danke Dir vielmals für die Einladung zu Deinem 2. Bloggergeburtstag und gratuliere Dir von ganzem Herzen zu deinem tollen Blog!
Du hast Dir mit dem Thema „Weihnachten ist überall“ unter anderem traditionelle Familienrezepte gewünscht und hiermit bringe ich Dir gerne unsere „Ente“ ? auf deinen Küchentisch.
Ente – pommersche Art – dick eingerieben mit Majoran, gefüllt mit Äpfeln, stundenlang im Ofen geschmort, serviert mit Rotkraut und Salzkartoffeln – so kennen und lieben wir sie, seit unseren Kindertagen!

 

 

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Meine Schwester und ich haben schon vor ein paar Jahren zu unserer Mutter gesagt, dass sie uns das Rezept unbedingt aufschreiben muss und sie meinte damals schon, dass sie es uns gerne weitergibt. Nun wird sie in zwei Monaten 80 und fand dieses Jahr sei es Zeit für die „Rezeptübergabe“.
Die „Ente“ – pommersche Art – gehört bei uns zu Weihnachten wie das Amen in der Kirche und ein Weihnachten ohne Ente ist für unsere Familie undenkbar. Traditionell gab es „sie“ immer am 2. Weihnachtsfeiertag, doch seit der Herr B. meiner Schwester und mein Herr B. auch mit am Tisch sitzen, haben wir unser Entenessen aus verschiedenen Gründen in die Vorweihnachtszeit verschoben. … und es gibt nun auch nicht nur eine, sondern zwei ? …
Am Samstag, 26.11.2016 wurde es „Ernst“ ?… meine Schwester und ich fuhren mit der Fähre von Konstanz nach Meersburg rüber und waren schon sehr gespannt was auf uns zu kommt … Auf dem Weg zu meiner Mutter meinte meine Schwester noch, dass unsere Mutter gesagt habe, wir müssen auch die Hälse abtrennen … „Oh Nein! … W a s! “ … ich habe laut gelacht und gemeint „DAS glaub‘ ich nicht!“ es war dann zum Glück auch nicht so!
Unsere Mutter war ein bissle skeptisch, wie es mit uns beiden so funktionieren würde, da sie doch „ihre“ Küche normalerweise immer für sich hat und alleine vor sich hin puzzelt – eins vorweg, es lief alles bestens ?zu dritt …
Nun dann … nachfolgend das Rezept, wie es unsere Mutter schon seit ich denken kann zubereitet – sie hat es übrigens auch von ihrer Mutter bekommen.

Zutaten für eine Ente (Pommersche Art)

(ausreichend für 4 Personen)

 

  • Flugente (ca 3 kg)
  • ca. 10 g Majoran, gerebelt & getrocknet
  • Salz
  • Pfeffer
  • säuerliche Äpfel (wir haben Boskop aus dem Garten verwendet)
  • Speisestärke (Mondamin)
  • gekörnte Gemüsebrühe
  • Speiseöl
  • Fleischnadeln oder Nadel / Küchengarn
  • extrabreite Alufolie
  • Geflügelschere
  • scharfes Messer
  • Pinzette
  • grosses Geschirrhandtuch
Tipp: am besten lässt man sich die Ente schon beim Geflügelhändler weitestgehend vorbereiten – sprich die Ente sollte ausgenommen sein und der Hals* ab … falls dies nicht der Fall sein sollte benötigt man eine Zange … bei uns waren die Innereien* zwar noch in den Enten drin, aber schön verpackt in einem Plastiktütchen … alles andere wäre der blanke Horror für mich gewesen …

 

 

Zubereitung Ente „Pommersche Art“

Bevor überhaupt losgelegt werden kann, muss die Ente unter fliessend kaltem Wasser aussen und innen ab-/ausgewaschen werden. Danach wird sie im Spülbecken „aufgestellt“ damit das Wasser, dass sich im Bauch gesammelt hat, wieder auslaufen kann.
Nun wird ein grosses Küchentuch auf die Arbeitsplatte gelegt, die Ente darauf platziert und die kleinen Federansätze „gezupft“. Das geht am besten mit einer Pinzette oder einem kleinen Messer. Man kann sich das wie bei einem Fisch vorstellen, bei dem man noch die feinen Gräten rauszieht. Die Zupferei kann bis zu einer Stunde dauern, je nachdem wie sauber gerupft das Tier wurde … eine wahre Geduldsprobe für mich …

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Dann müssen die beiden Flügel* mit einem scharfen Messer, durch den Knochen am Gelenk, abgetrennt und zu Seite gelegt werden. Sollte noch die Haut vom Hals* dran sein, muss diese nun auch abgeschnitten werden.
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Die Ente wird nun innen und aussen von allen Seiten „ordentlich“ mit Salz eingerieben. Nachgefolgt vom Majoran, der erst einmal nur im Bauch oben und dann unten verteilt wird.
Für die Füllung werden die Äpfel geschält, geviertelt, entkernt und in grobe Stücke geschnitten und dann in den Bauchhohlraum gestopft – hier kann ruhig richtig gestopft werden, da die Äpfel im Ofen schon sehr zusammen schrumpfen.
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Wir haben dann den gestopften Bauch mit kleinen Fleischnadeln geschlossen hierbei ist zu beachten, dass die Nadelspitzen innen sind und nicht rausstehen, damit sie später die Alufolie nicht einreissen. Man kann die Öffnung aber auch mit Küchengarn zunähen.
Nun wird auch noch rundum Majoran „eingeklopft“.
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Dann wird die extrabreite Alufolie ausgerollt, etwas mit Speiseöl eingepinselt und die Ente auf dem Rücken – längs zur Folie – darauf gelegt – die Brust und die Nadel liegen oben. Nun werden alle Seiten der Alufomie locker eingeschlagen und alle Kanten etwas hochgedrückt, damit später das Fett nicht herauslaufen kann.

 

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Die eingepackte Ente wird dann auf ein Backofenrost gelegt und in die Mitte das Backofens eingeschoben.  Auf den Backofenboden wird ein Fettauffangblech geschoben in das noch etwas Wasser eingefüllt wird – damit nichts anbrennen kann, falls doch Fett aus der Alufolie rauslaufen sollte.
Die Ente darf nun bei 180 C  Umluft etwa 4 Stunden lang durchgaren – während dieser Zeit muss immer wieder etwas Wasser in die Fettpfanne nachgegossen werden.
Sobald die Ente gar ist wird die Alufolie von unten angestochen und das Fett in der Fettschale aufgefangen.

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Aus dem aufgefangenen Fett wird nun noch die Sauce zubereitet. Hierfür wird das aufgefangene Fett in einen Kochtopf gegeben, Mondamin mit Wasser angerührt und zum Fett gegeben. Das Ganzen muss aufgekocht werden und mit Majoran, Salz, Pfeffer und etwas gekörnter Gemüsebrühe abgeschmeckt. … (kleine Anmerkung am Rande: die Sauce schmeckt sehr gut, ist aber wirklich seeehr fettig und wird bei uns auch „Fettsauce“ genannt – ?… mal sehen, ob wir diese nicht zukünftig etwas abwandeln werden ?)
Die Ente wird dann tranchiert und mit den geschmorten Äpfeln, Rotkraut, Kartoffeln und der Sauce serviert.

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*Die Flügel, den Hals und die Innereien verwertet meine Mutter noch weiter für Brühe etc.
Wir danken unserer Mama für das Rezept und hoffen, dass wir die Ente in Zukunft auch so lecker hinbekommen … denn dann heisst es wieder „Ente gut – alles gut“ ?
Vielen lieben Dank, dass du diesen für euch wichtigen Moment mit uns geteilt hast. Ich wünsche euch wundervolle Weihnachtstage und Alles Gute für 2017.

 

Bis dann… an meinem Küchentisch!

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8 Antworten

    1. Hallo Siggi,
      bei diesem Rezept meiner Oma wird die Ente nicht knusprig gebraten. Man könnte wahrscheinlich gegen Ende die Alufolie auffalten, damit sie knusprig wird… aber wir kennen sie nur so ? … durch die Alufolie ist das Fleisch auch nicht trocken sondern zart & saftig …
      viele Grüsse Britta von geniesserle.com

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